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Trinkwasserverordnung | JUDO.eu - STAGING COPY

Die Trinkwasser-Verordnung
das Grundgesetz der Branche

Die Trinkwasserverordnung bildet die Grundlage für die Arbeit aller, die im Bereich Sanitärinstallationen und Wasseraufbereitung tätig sind. Insofern lohnt es sich, hin und wieder einen Blick hineinzuwerfen. Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie zusammengefasst.

Die gültigen Normen und Richtlinien stellen die Leitlinien für die tägliche Praxis dar. Zu den wichtigsten Normen bieten wir verschiedene Seminare an, mit denen Sie Ihr Wissen auffrischen und erweitern können.

Verordnung muss sein.

Die Trinkwasserverordnung wurde vom Bundesministerium für Gesundheit herausgegeben. Sie legt die folgenden wichtigen Punkte fest:

  • die Beschaffenheit des Trinkwassers

  • die Aufbereitung des Wassers

  • die Pflichten des Wasserversorger

Die Trinkwasserverordnung bezieht sich ausdrücklich auf die allgemein anerkannten Regeln der Technik. Diese Regeln umfassen Normen zur fachgerechten Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser.

Das heißt: Wenn Sie als Ausführender diese Regeln und Richtlinien beachten, stellen Sie sicher, dass der Verbraucher Trinkwasser im Sinne der Trinkwasserverordnung zur Verfügung hat.

Die Trinkwasser-Verordnung
was für die Praxis wichtig ist

Anzeigepflicht von Wasserversorgungsanlagen beim Gesundheitsamt

Die Errichtung, bauliche oder betriebstechnische Veränderungen, die erstmalige Inbetriebnahme oder Wiederinbetriebnahme und der Übergang des Eigentums sind vier Wochen im Voraus anzuzeigen. Die Stilllegung muss innerhalb von drei Tagen und die Errichtung oder Inbetriebnahme so früh wie möglich gemeldet werden.

Untersuchungspflichten:
Diese Anlagen müssen regelmäßig auf Legionellen untersucht werden

Wasserversorgungsanlagen mit einer ständigen Wasserverteilung (§ 3, Nummer 2, Buchstabe e), in der sich eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet und Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird, sofern hier auch Duschen oder andere Einrichtungen zur Vernebelung vorhanden sind.

Großanlagen sind: Warmwasserbereiter mit mehr als 400 l Speichervolumen und/oder mehr als 3 l Leitungsinhalt zwischen Abgang Warmwasserbereiter und Entnahmestelle.

Wie häufig müssen die Anlagen untersucht werden?
Anlagen mit ständiger Wasserverteilung und Ausführung als Großanlage, aus denen im Rahmen einer gewerblichen, nicht aber öffentlichen Tätigkeit Wasser abgegeben wird (z. B. Großwohnanlagen) müssen mindestens alle drei Jahre untersucht werden. Anlagen mit Abgabe im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit (z. B. Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Hotels, Sportstätten) müssen mindestens einmal jährlich untersucht werden.

Die Trinkwassererwärmung in Ein- und Zweifamilienhäusern wird nicht als Großanlage eingeordnet und muss somit nicht regelmäßig untersucht werden. Bei Verdacht oder Hinweisen einer Legionellen-Verunreinigung kann das Gesundheitsamt allerdings auch in Ein- und Zweifamilienhäuser Untersuchungen anordnen.

Zu untersuchende Parameter

Die regelmäßige Untersuchungspflicht im gewerblichen oder öffentlichen Bereich besteht nur für Legionellen. Das Gesundheitsamt kann jedoch weitere Parameter, Untersuchungsintervalle und Probeentnahmestellen festlegen.

Untersuchungen auf Legionellen dürfen nicht von jedem durchgeführt werden.

Nur zertifizierte Probenehmer, die mit einem akkreditierten Labor zusammenarbeiten, dürfen die Proben entnehmen. Das dafür notwendige Zertifikat kann in einem Seminar bundesweit erworben werden. Die Untersuchungen des Trinkwassers auf Legionellen müssen durch ein akkreditiertes Labor erfolgen. Diese sind im Internet zu finden oder bei den Gesundheitsämtern gelistet.

Überschreiten des technischen Maßnahmewertes – Pflichten und Vorgehensweise

Nur die Überschreitung des Technischen Maßnahmewertes für Legionellen von 100 KBE / 100 ml muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Dann ist der Inhaber der Wasserversorgungsanlage unverzüglich verpflichtet, eine Untersuchung und eine Ortsbesichtigung mit einer Gefährdungsanalyse durchzuführen oder durchführen zu lassen und die Maßnahmen umzusetzen. Hierfür sind auch die aktuellen Empfehlungen des Umweltbundesamtes (www.umweltbundesamt.de) zur Gefährdungsanalyse (vom 14.12.2012) und zur systemischen Untersuchung auf Legionellen (vom 23.8.2012) zu beachten. Die Realisierung der Maßnahmen liegt in der Verantwortung des Inhabers einer Wasserversorgungsanlage.

Grenzwerte für Uran, Cadmium, Blei und Radioaktivität

Die Grenzwerte sind für Uran 0,01 mg/l, für Cadmium 0,003 mg/l, für Blei 0,01 mg/l. Die Gesamtdosis für radioaktive Strahlung beträgt 0,1 mSV/Jahr.

Überschreiten von Grenzwerten

Wenn Grenzwerte von festgelegten Parametern überschritten werden, muss der Unternehmer/Inhaber das Gesundheitsamt unverzüglich informieren, auch wenn außergewöhnliche Vorkommnisse oder Änderungen festgestellt werden.

Der Betreiber muss die Verbraucher informieren

Der Verbraucher muss über die Trinkwasserqualität, über Legionellen-Überschreitungen und die Verwendung von Aufbereitungsstoffen jährlich informiert werden. Sollte in der Trinkwasser-Installation nach dem 1. Dezember 2013 noch Blei verbaut sein, müssen die Verbraucher darüber informiert werden.

Mehr Infos erhalten Installateure, Planer, Großhändler und andere Personen, die mit Trinkwasser und Trinkwasser-Installationen beschäftigt sind, in unseren Seminaren. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Schulung im Julius Dopslaff Campus, Winnenden

Trinkwasser-Verordnung

Weitere Informationen vom Umweltbundesamt (UBA) zur Trinkwasserverordnung –  Rechtliche Grundlagen, Empfehlungen und Regelwerk.